95. Ausstellung :      29. April bis 20. Mai 2012


      


Reineke Fuchs

von
Johann Wolfgang v. Goethe und Wilhelm von Kaulbach



Wie sehr der Satz wahr ist, dass das alte Tierepos von der auf den Kopf gestellten Welt zu jeder Zeit ein gültiger Spiegel ist und nur der rechte Mann da sein muss, um den Zeitgenossen diesen Spiegel pervertierter Gesellschaftsstruktur vorzuhalten, bewahrheitet sich 53 Jahre nach dem Erscheinen der Goetheschen Hexameter und 14 Jahre nach Goethes Tod mit der von Wilhelm von Kaulbach illustrierten Ausgabe.
Johann Georg Freiherr von Cottendorf (1796 -1863)...hatte längst begonnen, seine mit Stahlstichen ausgestatteten Klassiker-Einzelbände herauszugeben (bei denen auch Kaulbach mitarbeitete), als er auf den Gedanken verfiel, den so rasch berühmt gewordenen Monumentalmaler mit der Neuausgabe des "Reineke" zu betrauen. 1840 wurde der Entschluss gefasst, ein Jahr später der Vertrag geschlossen.
Drei Jahre arbeitete Kaulbach gegen ein für diese Zeit außerordentlich hohes Honorar an den 36 Hauptbildern... . Tagsüber war er in seinem Atelier mit dem riesenhaften Gemälde der Zerstörung Jerusalems beschäftigt; abends zeichnete er zu Hause im trüben Schein der Petroleumlampe an den Blättern zum "Reineke Fuchs" während seine Frau ihm die Goetheschen Hexameter vorlas.

nach Zitaten aus dem Nachwort von W. Scherf zu Goethes Reineke Fuchs in "Die bibliophilen Taschenbücher", Dortmund 1978, S.263

Eröffnung:  Samstag, 28. April 2012 um 17 Uhr

Einführung: Dr. D. Bieber, Schleswig

Öffnungszeiten:  Sonntag und Mittwoch jeweils 15 bis 18 Uhr